Kann man Medizintourismus vertrauen?

Schon seit längerer Zeit zieht es viele Deutsche ins Ausland, wenn medizinische oder plastische Eingriffe vorgenommen werden sollen. Besonders beliebt hierbei sind Länder des ehemaligen Ostblocks und die Türkei. Doch kann man den Ärzten und Ärztinnen in diesen Ländern vertrauen? Oder ist es nur eine Masche der dort ansässigen Mediziner, um westeuropäischen Patienten das Geld aus der Tasche zu ziehen?

Osteuropa

Besonders beliebte medizinische Dienstleistungen, die von Deutschen und Europäern in Ländern wie der Tschechischen Republik oder Polen in Anspruch genommen werden, sind Brustvergrößerungen und Zahnbehandlungen. Auch Ungarn und Bulgarien werben mit Krankenhäusern, die nach westlichen Standards arbeiten, aber um ein Vielfaches kostengünstiger sind. Da die Qualität der medizinischen Ausbildung in diesen Ländern sehr hochwertig ist, braucht man sich als Deutscher keine Sorgen zu machen. Wichtig ist es nur, darauf zu achten, dass der Ruf der Krankenhäuser sehr gut ist und die Ärztinnen und Ärzte zumindest fließend Englisch, wenn nicht sogar Deutsch, sprechen. Da die Preise dort mehr als die Hälfte günstiger sind, bieten sich diese Länder an, Eingriffe vornehmen zu lassen, die in Deutschland nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Zumal die geografische Entfernung zu diesen Ländern nicht sehr groß ist. Denn nach einem erfolgreichen medizinischen Eingriff ist man innerhalb weniger Stunden wieder in seinem Heimatort. In Osteuropa ist es eher unüblich, dass nur für den medizinischen Eingriff bezahlt wird. Meist wird der Patient im Krankenhaus versorgt. An- und Abreise müssen meist individuell und eigenständig übernommen werden.

Türkei

Die Nummer eins, was Medizintourismus angeht, ist mit Sicherheit der EU-Anwärter Türkei. Das Land zwischen Europa und Asien hat viele sehr gute Kliniken und Ärzte vorzuweisen, die sogar häufig ihr Studium in den USA oder Europa absolviert haben. Zudem gibt es eine Fülle von Agenturen, die ein Komplett-Programm anbieten. Zum Beispiel kann vor oder nach der Operation noch die aufregende Stadt Istanbul als Tourist genossen werden. In diesen Paketen ist oftmals auch noch ein tolles Restaurant inkludiert. Das Angebot umfasst unter anderem auch noch den Hin- und Rückflug und die Unterbringung in einem Hotel im Zentrum. Meistens bekommen die Patienten nach dem medizinischen Eingriff noch eine kleine Aufmerksamkeit. Das kann etwas wie Deine Torte sein oder einfach nur wunderschön duftenden Blumen. Auch die Türkei ist von Deutschland aus schnell und bequem zu erreichen. Die Flugzeit beträgt in etwa drei bis dreieinhalb Stunden. Besonders beliebt bei Medizin-Touristen in der Türkei sind Haartransplantationen bei Männern. Frauen tendieren mehr zu Schönheits-OPs wie Nasenkorrekturen, Fettabsaugen, Brust-OPs oder Eigenfett am Gesäß, um so auszusehen wie Kim Kardashian. In der Türkei muss es aber nicht immer eine richtige OP sein. Viele Patientinnen und Patienten fliegen in die Stadt am Bosporus, um sich Gesichtsbehandlungen und Botox zu gönnen. Denn gerade die kosmetische Medizin für das Gesicht boomt hier.

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